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Besuch einer Séance in Basel

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Am 26.Oktober 2011 war ich zu Gast beim Basler PSI Verein. Nach langem Überlegen, habe ich mich dazu entschlossen, einer Séance mit Kai Mügge vom Felixzirkel beizuwohnen. An drei verschiedenen Terminen, fanden dort Séancen mit Kai Mügge statt. Die Anzahl der Teilnehmer war begrenzt und so kam ich erstmal auf die Warteliste. Nach ein paar Wochen erhielt ich einen Anruf das ein Teilnehmer abgesagt hat und ich nachrücken könnte. Ich habe das Angebot dann sofort angenommen und bin dann am Mittwoch den 26.Oktober nach Basel gefahren.

Durch telefonischen Kontakt zu Herrn Mügge und meinem Interview mit Ihm, bin ich neugierig geworden ob es tatsächlich Phänomene gibt, die sich während einer Séance zeigen. Wieso lässt sich jemand auf solch eine "Veranstaltung" ein, die ja auch nicht nur eine Frage der Zeit ist, sondern auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist ? Eine berechtigte Frage. Soll man ein solches Thema "nur" aus der Ferne betrachten, oder ist es nicht viel bedeutender sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Ich musste auf jeden Fall nicht lange überlegen und bin voller Neugier zum Basler PSI-Verein gefahren. In einem nahen Hotel habe ich mir ein Zimmer genommen, da die Veranstaltung bis spät Nachts ging und ich mir eine lange Heimfahrt direkt danach dann doch ersparen wollte.

In den eher unscheinbaren Räumen des PSI-Vereins erwarteten mich bei meiner Ankunft schon Herr Mügge, der sich gerade angeregt mit Gästen aus den USA auf englisch unterhielt. Ich setzte mich einfach mit in die Runde und hörte erstmal eine Weile dem Gespräch zu. Nach kurzer Zeit sprach mich dann eine junge Frau an, die in Begleitung von Herrn Mügge war. Wir unterhielten uns kurz über den Felix-Zirkel, in dem Sie, wenn ich mich recht erinnere, auch "Mitglied" ist oder war.

Ich habe Ihr dann erzählt das ich derjenige bin, der Herrn Mügge schon vor geraumer Zeit, für mein Podcast interviewt hatte. Herr Mügge begrüsste mich dann nochmal persönlich als er das Gespräch mit den Amerikanern unterbrochen hatte. Als dann alle Teilnehmer der Séance anwesend waren, ging es in einem Nebenraum, in dem wir nochmals genauestens "gebrieft" wurden. Es waren ca. 13 Personen anwesend. Wir stellten uns alle kurz vor und erklärten den Grund unserer Teilnahme. Der Ablauf der Séance wurde uns genauestens durch Herrn Mügge und dem Präsidenten des Basler PSI-Vereins, Lucius Werthmüller, erklärt. Man sicherste uns zu, daß die Phänomene derer wir später Zeugen werden sollten, absolut echt seien und keinerlei Betrug vorliegen würde. Herr Mügge glänzte mit einem sehr detaillierten Wissen über die Geschichte des Mediumismus und erklärte geduldig in deutsch und englisch, den anschließenden Ablauf der Seance.

Während wir "gebrieft" wurden, wurde der Séance Raum der sich im ersten Stock befand, ich glaube durch Herrn Werthmüller und eventuell anderen Mitarbeitern des Vereins, vorbereitet. Nach einer kurzen Pause durften wir dann in den ersten Stock gehen, wo wir dann durchsucht wurden. Es durften keinerlei Gegenstände mitgenommen werden. Handy, Ketten, Ringe, Geldbeutel etc etc sollten auf jeden Fall abgelegt werden. Nachdem ich sämtliche Gegenstände abgelegt hatte, kam ich als einer der ersten Teilnehmer in den Séance-Raum. Der Raum war recht klein und die Stühle die sich daran befanden standen dicht an dicht. Einen Eindruck des Raumes kann man sich unter folgendem Link verschaffen --> Séance-Raum

Im Raum wartete bereits die Begleitung von Herrn Mügge und hat die Teilnehmer dann auf die Stühle eingewiesen. Mein Platz war einer derjenigen, der am weitesten vom sog. Kabinet entfernt standen. Auf diesem Bild befindet sich der Platz auf dem ich saß, rechts neben dem weißen Eimer --> Link zum Bild

Der Raum war komplett abgeschirmt gegen jegliche Lichtquelle von aussen. Das ging soweit, daß selbst der Rand der Türe und das Schlüsseloch abgeklebt wurden, als die Türe kurz vor Beginn geschlossen wurde. Die Fenster im Raum waren ebenfalls total abgeklebt. Im Raum befanden sich diverse Utensilien für die Séance auf dem Boden vor uns. Herr Mügge zog sich nun in das Kabinett zurück und das Licht wurde gelöscht.

Während der Séance werden die Anwesenden oft aufgefordert zu singen. Dies soll wohl die "Energie" steigern oder "kanalisieren" ?!? So kam es also dazu das ich in einem stockdunklem Raum saß und in jener Nacht gefühlte 50 mal "Hey Jude" von den Beatles sang. Das taten alle Anwesende und die Tatsache das Amerikaner anwesend waren, machte es einem nicht unbedingt leichter wenn man mal nicht ganz so textsicher war :-) Gut das es nur ein "Halb-Playback" war, denn die Musik kam von einem CD-Player der sich in dem Raum befand.

Nach einigen Minuten in denen sich Herr Mügge mit Hilfe einer "Trance-Technik" in eben jene Trance versetzt hatte, meldete sich auch schon bald die angebliche Stimme von Herrn Hans Bender.

Während der Séance wurden folgende Ereignisse von mir beobachtet und / oder gehört:

- vor allem am Anfang, in der "Initationsphase" kam es zu lauten schnell aufeinanderfolgenden Klopfen im ganzen Raum

- ein wenn ich mich recht erinnere grüner Lichtpunkt "tanzte" über die Decke

- es wurden "Berührungen" am Knie wahrgenommen

- es wurde über einer schwach leuchtenden Plakette "handähnliche" dunkle und sich bewegende "Hände" gesehen

- ein schwach leuchtendes Taschentuch wurde durch eine "unsichtbare Kraft" erfasst und mehreren Teilnehmern aus der Hand "gerissen"

- es wurden Geräusche wie etwa klopfen oder "trommeln" gehört die von den Utensilien die in der Mitte des Raumes auf dem Boden kamen

- es wurde "Ektoplasma" in schwachem Rotlicht gezeigt das sich augenscheinlich aus dem Mund des Mediums heraus bewegte bzw. gezogen wurde

 

Ich möchte keinem der Beteiligten einen Betrug oder Täuschung unterstellen, aber im folgendem will ich meine ganz persönlichen Eindrücke und Erkenntnisse schildern. Kann sein das ich mich täusche und deshalb soll sich wie immer bei den Berichten von Paranormal-Süd, jeder seine eigene Meinung bilden.

Ich bin mit einer unheimlichen Neugier nach Basel gefahren und habe mir eigentlich wirklich erhofft Zeuge von etwas zu sein, daß ich mir unmöglich erklären kann. Mit meinem eigenen Augen und Ohren wollte ich herausfinden was da vor sich gehen wird. Mir war klar das es entweder eine "Mindblowing" Erfahrungen werden wird oder ein "Reinfall". Für mich persönlich war es ein absoluter Reinfall. Keines der gezeigten "Phänomene" konnte mich überzeugen. Mehr noch, ich würde sogar sagen, daß ich mir alle der gezeigten "Phänomene" ganz einfach erklären kann. Wie man mit solchen Erlebnissen umgeht und in wie weit das eigene "Weltbild" da eine Rolle spielt, frage ich mich seit jenem Tag auf jeden Fall öfters.

Wenn man davon ausgeht das jemand die gezeigten "Effekte" nachmachen will, würden mir hierfür sehr viele Methoden einfallen, um das gezeigte in gleicher oder ähnlicher Weise zu präsentieren. Zum Beispiel mit Hilfe einer Teleskopstange, könnte man einiges der gezeigten "Effekte" genau so imitieren bzw. reproduzieren. Man könnte einen aufblasbaren Handschuh am Ende der Stange befestigen und mit diesem die Anwesenden berühren oder den Handschuh über die leuchtende Plakette gleiten lassen. Man könnte mit Hilfe der Teleskopstange auch das tanzende Licht an der Decke nachmachen. Ein kleines LED-Licht an der Spitze befestigt und schon würde man den gleichen Effekt erhalten. Die "Gesänge" der Anwesenden könnten die Geräusche die bei der Vorbereitung wohl entstehen könnten überdecken.

Ein für mich persönlich negativer Höhepunkt war, als gezeigt wurde, wie das vorher "extrahierte" Ektoplasma sich säulenartig in der Mitte des Kabinets vom Boden Richtung Decke erhob. Zur Demonstration wurde kurz ein ganz schwaches Rotlicht vor dem Kabinet angeschaltet. Während die Säule sich nach oben bewegte, machte das Medium auf seinem Stuhl, simultan eine Bewegung mit dem Oberkörper nach hinten, wobei das Medium auch noch seinen Kopf in den Nacken legte. Wenn ich einen solchen "Effekt" nachmachen müsste, würde ich es so machen.... Ich befestige eine Schnur am "Ektoplasma" und führe die Schnur oben über die "Vorhangaufhängung" und nehme das andere Ende in den Mund. Die Schnur ist straff und wenn man das Rotlicht einschaltet, lehne ich mich langsam nach hinten und lege noch meinen Kopf in den Nacken. Die "Säule" wird sich schnurgerade in der Mitte des Kabinets nach oben bewegen.

Für mich persönlich hat es auch genauso ausgesehen und ich hab mich gewundert das ein Großteil der Teilnehmer das gezeigte sogar noch wohlwollend und staunend angefeuert haben.

Nach etlichen Beatles-Liedern und am Ende der Séance, verliess ich als erster den Raum, hab meine Gegenstände wieder an mich genommen, hab meine Jacke angzogen und habe das Gebäude schleunigst verlassen. Mir kam es am Ende einfach nur noch wie Zeit- und Geldverschwendung vor.

Vielleicht haben andere Teilnehmer ein gänzlich anderes Bild von der Veranstaltung in Basel und sehen einiges oder auch alles ganz anders wie ich, aber für mich ist die Séance Geschichte mit dem Besuch in Basel gestorben. Falls die gezeigten "Effekte" tatsächlich paranormaler Natur waren, dann bin ich entweder der letzte Zweifler oder einfach nur blind.

 

Weiterführende Informationen:

- Homepage des Felix-Zirkels

- Fotos / Audios vom Séanceraum in Basel

- Homepage vom Basler PSI-Verein

 

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